Zweites Dreigrosschenfinale – Kurt Weill/Bertolt Brecht

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Kent u dat? In een internetdiscussie verzucht plotseling iemand “Zuerst kommt das Fressen, dann kommt die Moral”. Die mens, weten we dan, heeft in ieder geval niet het juiste citaat te pakken, en weet dan ook waarschijnlijk niet waar het vandaan komt. Jammer, want hoewel dit cynische citaat veelvuldig toe te passen is, heeft het een specifieke revolutionaire herkomst.

Het eigenlijke citaat luidt kortweg “Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral”, en komt uit de Dreigroschenoper van de socialistische schrijver Bertolt Brecht. Brecht vermaakte in 1928 een opera uit de 18e eeuw tot een toneelstuk/musical ‘voor arme mensen’: de Driestuiveropera, die vol staat met sociale kritiek. En we zien hier dat het citaat niet zozeer een cynisch onderuit halen van iedere moraal beoogt, maar eerder een waarschuwing aan de gegoede burgerij voor de misdaad als wraak voor standenverschillen. De duistere kant van marktwerking, die het liberalisme niet ziet.

Brechts vriend de componist Kurt Weill, met wie hij veelvuldig samenwerkte, maakte ook hier de muziek. In het stuk komen drie finales voor, dit is de tweede. De tekst (zie onder) is als geheel bijzonder de moeite waard: het moet zowel cynici als idealisten van allerlei pluimage aan kunnen spreken. Dat maakt het uiteindelijk tot zo’n goed werk. Hier in een vertolking uit 1999 met Max Raabe en Nina Hagen. We horen de song in het filmpje twee keer: nu ja, dat is het dan ook wel waard.


Macheath, Jenny und Chor
Macheath:

Ihr Herrn, die ihr uns lehrt, wie man brav leben
Und Sünd und Missetat vermeiden kann
Zuerst müßt ihr uns was zu fressen geben
Dann könnt ihr reden: damit fängt es an.

Ihr, die euren Wanst und unsre Bravheit liebt
Das eine wisset ein für allemal:
Wie ihr es immer dreht und wie ihr’s immer schiebt
Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.
Erst muß es möglich sein auch armen Leuten
Vom großen Brotlaib sich ihr Teil zu schneiden.

Jenny:
Denn wovon lebt der Mensch?

Macheath:
Denn wovon lebt der Mensch? Indem er stündlich
Den Menschen peinigt, auszieht, anfällt, abwürgt und frißt.
Nur dadurch lebt der Mensch, daß er so gründlich
Vergessen kann, daß er ein Mensch doch ist.

Chor:
Ihr Herren, bildet euch nur da nichts ein:
Der Mensch lebt nur von Missetat allein!

Jenny:
Ihr lehrt uns, wann ein Weib die Röcke heben
Und ihre Augen einwärts drehen kann
Zuerst müßt ihr uns was zu fressen geben
Dann könnt ihr reden: damit fängt es an.

Ihr, die auf unsrer Scham und eurer Lust besteht
Das eine wisset ein für allemal:
Wie ihr es immer dreht und wie ihr’s immer schiebt
Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.
Erst muß es möglich sein auch armen Leuten
Vom großen Brotlaib sich ihr Teil zu schneiden.

Macheath:
Denn wovon lebt der Mensch?

Jenny:
Denn wovon lebt der Mensch? Indem er stündlich
Den Menschen peinigt, auszieht, anfällt, abwürgt und frißt.
Nur dadurch lebt der Mensch, daß er so gründlich
Vergessen kann, daß er ein Mensch doch ist.

Chor:
Ihr Herren, bildet euch nur da nichts ein:
Der Mensch lebt nur von Missetat allein!